Online-Petition: Für eine bessere Versorgung von mehr als 20 Millionen chronisch Kranken

Petition 133653: Ihre digitale Unterschrift können Sie im Petitionsforum auf der Seite des Deutschen Bundestages leisten © AdobeStock

Die Online-Petition kann noch bis zum 28. Juni hier unterzeichnet werden

Mit der Petition wird gefordert, den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) zu verpflichten, die Versorgung von chronisch Kranken und mehrfach erkrankten (multimorbiden) Patienten zu verbessern. Behandlungen im Rahmen von strukturierten Behandlungsprogrammen (DMP) sollen indikationsübergreifend erfolgen, die Versorgungsqualität würde verbessert, Mehraufwand vermieden u. Patienten entlastet. Perspektivisch sollte ein DMP für Multimorbidität entwickelt werden.

Strukturierte Behandlungsprogramme (DMP)

Mehr als 20 Millionen Menschen in Deutschland leben mit einer chronischen Erkrankung. Um Betroffene bestmöglich zu behandeln, wurden mit den Disease-Management-Programmen (DMP) strukturierte Behandlungsprogramme für chronisch Kranke eingeführt. Über neun Millionen Patienten sind in einem bzw. mehreren DMP eingeschrieben. DMP bestehen u.a. für Asthma, Brustkrebs, chronische Herzinsuffizienz, COPD und Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2. Die Behandlungsschritte in den Programmen sind indikationsspezifisch und unabhängig voneinander aufgebaut.

Häufige Begleiterkrankungen

Chronisch Kranke haben häufig Begleiterkrankungen. Durch die strukturelle Trennung der DMP werden spezielle Anforderungen an die Versorgung von multimorbiden Patienten nicht berücksichtigt. Komorbiditäten können häufig nicht behandelt werden bzw. werden zu spät oder gar nicht erkannt. 

Der indikationsspezifische Aufbau der DMP-Versorgung führt dazu, dass multimorbide Patienten häufig parallel in mehreren DMP eingeschrieben sind. Neben dem bürokratischen Aufwand für beteiligte Ärzte sowie Krankenkassen werden die Betroffenen nicht bedarfs- und leitliniengerecht behandelt. Sie leiden zudem unter dem zusätzlichen Aufwand durch medizinisch unnötige Mehrfachuntersuchungen, unabgestimmte Medikation sowie veraltete und nicht korrespondierende Schulungen.

Versorgung und Lebensqualität verbessern

Bei der (Weiter-)Entwicklung und Implementierung dieser Behandlungsprogramme sollten Komorbiditäten stärker berücksichtigt werden. Der Gesetzgeber wird prüfen, mit welchen Maßnahmen die Krankheitslast von Mehrfacherkrankungen gelindert werden kann. Der G-BA wird dazu verpflichtet, im Rahmen seines jährlichen Berichts im Ausschuss für Gesundheit darüber Auskunft zu geben, wie die DMP-Versorgung mit Blick auf Multimorbidität und die Lebensqualität der Betroffenen verbessert werden konnte. Dadurch wird sichergestellt, dass Erkrankte tatsächlich durch DMP profitieren. Denn wie das DMP Herzinsuffizienz zeigt, vergeht vom Inkrafttreten (2018) bis zur Umsetzung viel Zeit. Bis heute sind keine Patienten in das DMP eingeschlossen.