Osteoporose wird oft unterschätzt, dabei sind die Folgen gravierend. In einem ausführlichen Gespräch, das online angesehen werden kann, spricht die Medizinerin Dr. Veronika Koeppen über bessere Diagnostik, moderne Therapien und die Bedeutung der Knochengesundheit für gesundes Altern.
Osteoporose wird in der öffentlichen Wahrnehmung häufig unterschätzt, obwohl die Erkrankung weit verbreitet ist und schwerwiegende Folgen haben kann. Darauf weist Dr. Veronika Koeppen-Ursic in einem ausführlichen Gespräch hin. Die Oberärztin am Klinikum Freising und Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie, Dagnostik und Therapie Osteoporose fordert ein Umdenken: bessere Diagnostik, mehr Aufmerksamkeit und konsequente Therapie für eine Volkskrankheit, die auch Männer betrifft.
Erkrankung mit großer Tragweite – auch für Männer
Der Knochenschwund trifft längst nicht nur Frauen. Rund jeder fünfte Betroffene ist männlich. Dennoch werde die Osteoporose häufig erst spät erkannt – oft erst dann, wenn bereits Knochenbrüche aufgetreten sind. Dabei können diese die Lebensqualität erheblich einschränken und zu dauerhaften Folgen führen.
Diagnostik unter Druck
Ein zentrales Problem sieht Koeppen in der Versorgung: Die wichtige Knochendichtemessung (DXA) werde im Praxisalltag nur unzureichend vergütet. Für viele Ärztinnen und Ärzte sei sie daher wirtschaftlich kaum darstellbar. Dabei sei eine frühzeitige Diagnostik entscheidend, um rechtzeitig gegensteuern zu können. Knochengesundheit dürfe kein „Luxus“ sein, sondern sei eine Voraussetzung für gesundes Altern.
Wer ist zuständig?
Für Patientinnen und Patienten ist oft unklar, welche Fachärzte bei Osteoporose die richtigen Ansprechpartner sind. Neben Hausärzten und Gynäkologen spielen unter anderem Orthopäden, Internisten und spezialisierte Osteologen eine wichtige Rolle. Entscheidend sei, Risikofaktoren früh zu erkennen und bei Bedarf gezielt zu untersuchen.
Therapien sind vorhanden – entscheidend ist die Umsetzung
Die gute Nachricht: Es gibt wirksame Medikamente und etablierte Therapiestrategien. Neben der medikamentösen Behandlung kann in bestimmten Fällen auch eine Hormontherapie sinnvoll sein. Wichtig ist jedoch die konsequente Umsetzung – denn nur eine ausreichende Therapietreue kann das Risiko für Knochenbrüche deutlich senken.
Ernährung und Lebensstil als Basis
Auch die eigene Lebensweise hat großen Einfluss auf die Knochengesundheit. Eine ausreichende Versorgung mit Kalzium ist essenziell, ebenso wie eine ausgewogene Ernährung mit genügend Kalorien und Proteinen. Gerade bei jüngeren Menschen sieht Koeppen hier eine problematische Entwicklung: Es werde häufig weniger Knochenmasse aufgebaut als in früheren Generationen.
Geringe Wahrnehmung – schwache Lobby
Trotz ihrer Verbreitung steht Osteoporose selten im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit. Ein Grund: Die Erkrankung betrifft häufig ältere Menschen, insbesondere Frauen – eine Gruppe mit vergleichsweise geringer gesellschaftlicher Lobby. Entsprechend fehle es an politischer Dringlichkeit und medialer Präsenz.
Das gesamte Gespräch in der Reihe "Was bewegt dich" zum Thema Frauengesundheit mit Monika Goetsch finden Sie hier:
Auch Männer können betroffen sein
Viele Menschen denken: Osteoporose betrifft nur ältere Frauen. Das stimmt nicht. Auch Männer können die Krankheit bekommen. Etwa jeder fünfte Betroffene ist männlich.
Osteoporose wird oft erst spät erkannt. Häufig passiert das erst nach einem Knochenbruch. Dabei kann die Krankheit starke Schmerzen verursachen und den Alltag dauerhaft erschweren.
Wichtige Untersuchung wird zu selten gemacht
Bei Verdacht auf Osteoporose hilft eine Knochendichtemessung. Diese Untersuchung heißt DXA-Messung.
Dr. Koeppen erklärt: Viele Arztpraxen bekommen dafür zu wenig Geld. Deshalb wird die Untersuchung nicht überall angeboten. Dabei ist eine frühe Diagnose wichtig. So kann die Krankheit rechtzeitig behandelt werden.
Welche Ärzte helfen können
Viele Betroffene wissen nicht, an wen sie sich wenden sollen. Hausärzte und Frauenärzte können helfen. Auch Orthopäden, Internisten und Fachärzte für Osteoporose sind wichtige Ansprechpartner.
Gute Therapien sind vorhanden
Es gibt wirksame Medikamente gegen Osteoporose. In manchen Fällen kann auch eine Hormontherapie helfen.
Wichtig ist: Die Behandlung muss regelmäßig und zuverlässig durchgeführt werden. Nur dann kann das Risiko für Knochenbrüche sinken.
Ernährung und Bewegung sind wichtig
Für starke Knochen braucht der Körper genügend Kalzium, Eiweiß und Energie. Auch Bewegung ist wichtig.
Dr. Koeppen beobachtet: Viele junge Menschen bauen heute weniger Knochenmasse auf als früher. Das kann später Probleme verursachen.
Osteoporose bekommt zu wenig Aufmerksamkeit
Osteoporose betrifft viele Menschen. Trotzdem wird wenig darüber gesprochen. Besonders ältere Frauen hätten oft keine starke Lobby, erklärt Dr. Koeppen. Deshalb bekomme die Krankheit in Politik und Medien häufig zu wenig Aufmerksamkeit.
Das gesamte Gespräch aus der Reihe „Was bewegt dich?“ zum Thema Frauengesundheit mit Monika Goetsch finden Sie hier:
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