Knochenbrüche im Alter sind oft schwer zu behandeln. Denn sind Knochen porös, halten Schrauben oder Metallplatten nicht gut. In solchen Fällen hilft ein spezielles Kunststoff-Implantat.
In der ZDF-Sendereihe "Volle Kanne" erläutert ein TV-Bericht das besondere Operationsverfahren: Seit etwa 15 Jahren gibt es Knochenimplantate aus Kunststoff, die während der Operation durch spezielles Licht aushärten. Der Vorteil ist, dass Patienten die Bruchstelle bereits kurz nach dem Eingriff wieder belasten können.
Die Chirurgen bohren dabei über einen kleinen Zugang einen Hohlraum in den Knochen. In diesen wird ein schlauchförmiges Implantat eingebracht und mit flüssigem Kunststoff gefüllt. Der Schlauch dehnt sich aus und legt sich innen eng an den Knochen.
Blaulicht härtet Kunststoff im Knochen aus
Nach dem Einbringen des Kunststoffs wird blaues Licht mit einer Wellenlänge von etwa 400 Nanometern in das Implantat geleitet. Das Licht führt zu einer chemischen Reaktion, die den Kunststoff innerhalb weniger Minuten zum Aushärten bringt. So entsteht ein stabiler Stab, der den Knochen von innen stützt. Das Verfahren wird daher auch als lichtgehärtetes Stabilisierungssystem bezeichnet. Das Implantat bleibt in der Regel dauerhaft im Körper.
Für wen das Verfahren geeignet ist
Das Verfahren eignet sich vor allem für Patienten, deren Knochen durch Vorerkrankungen wie Osteoporose oder Krebs wenig Halt bieten. Es ist eher für einfache Brüche geeignet. Komplexe Mehrfachbrüche lassen sich mit der Methode nicht behandeln, so Dr. Stephan Schmidt, Orthopäde und Unfallchirurg, Evangelisches Klinikum Gelsenkirchen. "Die Auswahl von geeigneten Patienten im Vorfeld ist das wichtigste Kriterium, damit das Verfahren funktioniert." Zugelassen ist das Verfahren derzeit für Knochenbrüche der oberen Extremität wie am Arm oder der Hand. Ein Antrag zur Erweiterung auf andere Körperbereiche läuft.
Risiken und Grenzen
Wie bei jedem Eingriff können Nerven und Gefäße verletzt werden und es kann zu Blutungen und Infektionen kommen. Noch fehlen zum lichtgehärteten Stabilisierungssystem Langzeitdaten, die über zwei Jahre hinausgehen. Laut einer Studie mussten innerhalb eines Jahres nach dem Eingriff sieben von 79 Patienten erneut operiert werden, weil das Implantat gebrochen war.
Komplexe Brüche bei älteren Menschen bleiben für Chirurgen eine große Herausforderung. Es gibt inzwischen verschiedene Verfahren, die alle Vor- und Nachteile haben. Das lichtgehärtete Stabilisierungssystem erweitert für eine ausgewählte Patientengruppe die Möglichkeiten der Behandlung – vor allem wenn eine schnelle Mobilisierung nach dem Eingriff wichtig ist.
Quelle: ZDFheute
Seit etwa 15 Jahren gibt es ein besonderes Verfahren.
Dabei setzen Ärztinnen und Ärzte ein Implantat aus Kunststoff ein.
Dieses Implantat wird im Körper fest.
Dafür wird spezielles Licht benutzt.
Ein Vorteil ist:
Die Patientinnen und Patienten können den Knochen
oft schon kurz nach der Operation wieder belasten.
Die Ärztinnen und Ärzte machen einen kleinen Zugang zum Knochen.
Dann bohren sie vorsichtig einen Hohlraum.
In diesen Hohlraum kommt ein dünner Schlauch.
Der Schlauch wird mit flüssigem Kunststoff gefüllt.
Der Schlauch dehnt sich aus
und liegt eng am Knochen an.
Nach dem Einfüllen kommt blaues Licht in den Schlauch.
Das Licht macht den Kunststoff hart.
Das dauert nur wenige Minuten.
So entsteht im Knochen ein fester Stab.
Er stützt den Knochen von innen.
Das Implantat bleibt meistens im Körper.
Das Verfahren ist gut für Menschen mit schwachen Knochen.
Zum Beispiel bei:
Osteoporose
Krebs
Es eignet sich vor allem für einfache Knochenbrüche.
Bei komplizierten Brüchen mit vielen Teilen
kann das Verfahren nicht helfen.
Zurzeit wird es vor allem bei Brüchen
am Arm oder an der Hand eingesetzt.
Vielleicht wird es später auch für andere Körperstellen erlaubt.
Auch dieses Verfahren hat Risiken.
Zum Beispiel:
Verletzungen von Nerven oder Blutgefäßen
Blutungen
Infektionen
Es gibt noch wenig Erfahrungen über lange Zeit.
In einer Studie mussten einige Patientinnen und Patienten
noch einmal operiert werden.
Der Grund: Das Implantat war gebrochen.
Das Verfahren ist eine zusätzliche Möglichkeit der Behandlung.
Es hilft vor allem bestimmten Patientinnen und Patienten.
Ein Vorteil ist:
Die Menschen können sich nach der Operation
oft schneller wieder bewegen.
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