Osteoporose gilt vielen als Erkrankung älterer Frauen. Doch auch Männer und jüngere Menschen können betroffen sein. Ein Beitrag des NDR-Magazins „Visite“ informiert über Risikofaktoren, Diagnostik und die Bedeutung früher Abklärung.
Ein Oberschenkelhalsbruch nach einem harmlosen Sturz – und dennoch keine Osteoporose-Abklärung: Ein Beitrag des NDR-Magazins „Visite“ zeigt, warum die Erkrankung noch immer häufig übersehen wird und welche Folgen das haben kann.
Das Bewusstsein für Osteoporose ist mangelhaft
Im Mittelpunkt des Beitrags steht ein Mann, der mit Anfang 50 nach einem unspektakulären Sturz einen Oberschenkelhalsbruch erleidet. Obwohl er selbst den Verdacht auf Osteoporose äußert, wird dieser von den behandelnden Ärzten verneint. Weitere Untersuchungen, etwa eine DXA-Knochendichtemessung, bleiben aus. Ein Fehler, der nach Einschätzung der Expertinnen und Experten häufiger vorkommt.
Das Bewusstsein für Osteoporose ist in Deutschland nicht sehr groß, heißt es in dem Beitrag. Dabei ist ein Niedrigenergietrauma, etwa ein Sturz aus Standhöhe, bereits ein Hinweis auf einen möglichen Knochenschwund und sollte abgeklärt werden.
Schwerwiegende Folgen
Eine Osteoporose-Fraktur ist nicht einfach nur ein Bruch, der wieder heilt. Sie kann schwerwiegende Folgen haben: Schmerzen, Operationen, Immobilität sowie Folgeerkrankungen wie Thrombosen oder Lungenentzündungen können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen – unabhängig von Alter oder Geschlecht.
"Seit Jahrzehnten haben wir bei Osteoporose eine Behandlungslücke von 75 Prozent. Also drei Viertel der Patienten, die Osteoporose haben, werden nicht therapiert", sagt Prof. Ralf Oheim, Unfallchirurg und Osteologe an der Uniklinik Hamburg-Eppendorf.
Wissenschaftler der Uniklinik Hamburg wollen nun tiefer ergründen, welche Ursachen Osteoporose bei Patienten um die 50 Jahre und jünger haben kann. Die Ergebnisse könnten allen Betroffenen helfen. Die Botschaft der Fachleute: Osteoporose ist eine Volkskrankheit, aber behandelbar – in jedem Alter.
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Viele Menschen wissen zu wenig über Osteoporose
Im Beitrag geht es um einen Mann Anfang 50. Er stürzt und bricht sich den Oberschenkelhals. Der Mann fragt selbst, ob Osteoporose die Ursache sein könnte. Die Ärzte sagen jedoch: Nein.
Es werden keine weiteren Untersuchungen gemacht. Auch eine Knochendichtemessung (DXA-Messung) findet nicht statt. Genau das passiert laut Fachleuten häufig.
Dabei kann schon ein einfacher Sturz aus dem Stand ein Hinweis auf Osteoporose sein. Deshalb sollte die Ursache genau untersucht werden.
Die Folgen sind schlimm
Osteoporose kann schwere Folgen haben. Knochenbrüche verursachen Schmerzen und führen oft zu Operationen. Manche Menschen können sich danach nur noch schlecht bewegen. Auch Krankheiten wie Thrombosen oder Lungenentzündungen können auftreten.
Prof. Prof. Ralf Oheim von der University Medical Center Hamburg-Eppendorf sagt: Viele Menschen mit Osteoporose werden nicht behandelt, obwohl es gute Therapien gibt.
Forscher der Uniklinik Hamburg untersuchen deshalb jetzt genauer, warum auch jüngere Menschen Osteoporose bekommen können. Die Fachleute machen Mut: Osteoporose kann behandelt werden – in jedem Alter.
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