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  • Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehört Osteoporose zu den zehn häufigsten Erkrankungen weltweit und gilt daher als Volkskrankheit. In Deutschland leiden rund sechs Millionen Menschen an Osteoporose. Genau lässt sich das jedoch nur schwer sagen, da die Krankheit häufig unerkannt bleibt (Bone Evaluation Study 2013).
  • Weniger als ein Viertel aller Fälle werden frühzeitig diagnostiziert und adäquat behandelt (International Osteoporosis Foundation).
  • 80 Prozent der Osteoporose-Patienten sind Frauen. Besonders häufig erkranken sie nach den Wechseljahren, denn der gesunkene Östrogenspiegel beeinträchtigt den Knochenstoffwechsel negativ.
  • Bei männlichen Patienten sind in über 50 Prozent aller Fälle andere Grunderkrankungen oder deren Behandlung schuld an der Osteoporose. Diese so genannte sekundäre Osteoporose ist häufig auf die Einnahme von Kortisonpräparaten und/ oder eine kalziumarme Ernährung zurückzuführen. Auch Rauchen und Alkoholmissbrauch lassen das Skelett brüchig werden.
  • Aufgrund der demographischen Entwicklung rechnen neuere Studien damit, dass die Zahl der Osteoporose-Betroffenen in Europa bis 2025 um ein Viertel zunimmt von derzeit rund 28 Millionen auf 34 Millionen Betroffene (International Osteoporosis Foundation).
  • Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass sich die Anzahl der osteoporotischen Knochenbrüche bis 2050 weltweit vervierfachen wird, in wohlhabenden Industriestaaten rechnet sie sogar mit einer wesentlich höheren Zunahme. Die jährlichen Therapiekosten beliefen sich in Deutschland 2010 auf neun Milliarden Euro und werden bis 2025 um ein Viertel auf rund elf Milliarden wachsen (WHO und International Osteoporosis Foundation).
  • Aktuelle Daten der Gesundheitsberichterstattung des Bundes zum Thema Osteoporose finden Sie hier.
  • Osteoporose-Frakturen sind schwierig zu behandeln und heilen schlecht, weil poröse Knochen nur langsam wieder zusammen wachsen und stabilisierende Implantate schwer Halt finden.
  • Besonders kostspielig und für die Patienten folgenreich sind Schenkelhalsbrüche. Über 90 Prozent der Patienten mit Oberschenkelhalsbruch haben eine verminderte Knochendichte. Aktuell erleiden in Deutschland rund 160.000 Menschen jährlich eine Schenkelhalsfraktur. Die Experten gehen davon aus, dass sich diese Zahl mit zunehmender Lebenserwartung in den kommenden Jahren verdoppeln wird. (Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie)
  • Oberschenkelhalsbrüche haben für ältere Menschen häufig gravierende körperliche und seelische Folgen. Dazu zählen chronische Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und eine verminderte Belastbarkeit. Viele sind außerdem von ihrem folgenreichen Sturz traumatisiert und trauen sich kaum noch vor die Haustür. Ein selbstbestimmtes Leben ist ihnen nicht mehr möglich, sie sind auf fremde Hilfe angewiesen.
  • Allein die direkten Kosten einer Schenkelhalsfraktur betragen rund 20 000 Euro pro Fall. Darin sind noch nicht die indirekten Kosten der Pflegebedürftigkeit eingeschlossen. Die Behandlungsfolgen werden auf jährlich etwa 2,5 Milliarden Euro geschätzt. (Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie)
  • 20 Prozent der Patienten werden nach einem Oberschenkelhalsbruch zum Pflegefall, über 50 Prozent erleiden nach einem Oberschenkelhalsbruch einschneidende Einschränkungen in ihrem zuvor selbstständig bewältigten Alltag. Jeder dritte bis vierte Senior über 85 stirbt innerhalb eines Jahres an den Folgen des Bruchs. (Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie)
  • Selbsthilfegruppen haben nachweislich einen positiven Einfluss auf den Verlauf der Osteoporose-Erkrankung. Mitglieder von Selbsthilfegruppen:
    • profitieren vom gegenseitigen Erfahrungsaustausch und sind über ihre Krankheit besser informiert als andere Betroffene.
    • gehen aktiv gegen ihre Krankheit vor.
    • werden durch die Gemeinschaft motiviert, am Ball zu bleiben: Nur wer kontinuierlich auf seine Ernährung achtet und regelmäßig trainiert, kann den krankhaften Knochenabbau stoppen.
    • bewältigen ihre Krankheit insgesamt besser als andere Betroffene
      (Vgl. ErLe-Studie am Institut für Qualitätssicherung in Prävention und Rehabilitation GmbH an der Deutschen Sporthochschule Köln, 2012)