Zuzahlungspflicht nein – Arzneimittelversand ja!

Die Zuzahlungen sind für viele chronisch Kranke ein Problem. Copyright: I-vista/pixelio

Der BfO und die Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe fordern, chronisch kranke Menschen generell von der Zuzahlungspflicht für Arzneimittel zu befreien. Ein Versandhandelsverbot mit verschreibungspflichtigen Medikamenten lehnen beide Organisationen ab.

„Wir fordern, chronisch kranke Patienten zu entlasten – sowohl finanziell, als auch von unnötigen, bürokratischen Hürden“, sagt BfO-Präsidentin Gisela Klatt. Denn die Zuzahlungen zu den regelmäßig benötigten, häufig teuren Medikamenten sind für viele Patienten eine finanzielle Belastung. Zuzahlungsbefreiungen müssen umständlich jedes Jahr neu beantragt werden – trotz chronischer, also dauerhafter, Beschwerden. Voraussetzung für die Befreiung: Die finanzielle Belastung durch die Medikamente überschreitet ein Prozent des jährlichen Bruttoeinkommens.  „Wir fordern, dass für chronisch Kranke die gleiche Regelung gilt wie für Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres: Sie sollten grundsätzlich von Zuzahlungen befreit sein“, so Klatt. Auch die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Selbsthilfe, die die Interessen von 120 Selbsthilfeorganisationen behinderter und chronisch kranker Menschen vertritt, unterstützt diese Forderung.

Konkurrenz belebt das Geschäft

Einem generellen  Versandhandelsverbot mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln,  für das sich unter anderem Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe einsetzt, stehen der BfO und die BAG Selbsthilfe kritisch gegenüber. „Die Konkurrenz ist ein wichtiges Mittel, um die Preise für Medikamente im Rahmen zu halten. Jede Branche muss damit zurechtkommen. Wir sehen keinen Grund, warum Apotheken hier per Gesetz geschützt werden sollten“, so Martin Danner, Bundesgeschäftsführer der BAG Selbsthilfe.

Gröhes Argument, der Versandhandel erschwere Apotheken auf dem Land das Überleben und damit die flächendeckende Versorgung, hält Klatt für unbegründet. „Der Versandhandel ist ein wichtiges Instrument, um die Versorgung auf dem Land zu sichern. Wenn Apotheken in entlegenen Gebieten schließen, ist er der einzige Weg, trotzdem problemlos an notwendige Medikamente zu kommen.“


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Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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Der Bundesselbsthilfeverband für Osteoporose e. V. (BfO) ist Dachverband für rund 300 Selbsthilfegruppen in ganz Deutschland und hat 15.000 Mitglieder. Er ist unabhängiger, kompetenter Ansprechpartner für das Krankheitsbild Osteoporose und ihre Therapie, unterstützt die Gründung, Organisation und Finanzierung von Selbsthilfegruppen, vertritt die Interessen der Osteoporose-Patienten im Gesundheitswesen und informiert die Öffentlichkeit über die Krankheit, ihre Folgen und präventive Maßnahmen.